Die Erkrankung Morbus Bechterew

Die Erkrankung

Die Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) ist eine schmerzhafte, chronisch verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankung, die sich vor allem an der Wirbelsäule manifestiert. Entzündungen der Wirbelgelenke, der Gelenke zwischen Wirbeln und Rippen sowie zwischen Kreuz- und Darmbein führen schließlich zur Verknöcherung der Gelenkumgebung und zur knöchernen Überbrückung der Gelenke. Die Folge sind eine partielle, im Endstadium auch vollständiger Versteifung, oft in mehr oder weniger nach vorn gebeugter Haltung (Kyphose) und außerdem eine Brustkorbstarre.
Die Krankheit beginnt meistens zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr. Sie verläuft in Schüben und individuell unterschiedlich. Phasen hoher Krankheitsaktivität mit erheblichen Schmerzen, Abgeschlagenheit und auch Fieber wechseln mit solchen relativen Wohlbefindens.

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Wie häufig ist die Krankheit?

Nach heutiger Schätzung erkrankt in Mitteleuropa rund ein halbes Prozent der  erwachsenen Bevölkerung an Morbus Bechterew, einschließlich solcher Fälle, die wegen eines relativ milden oder untypischen Verlaufs nicht erkannt werden. Rechnet man nur die diagnostizierten Fälle, so kommt man auf 0,1% bis 0,2% der Bevölkerung. Das bedeutet, dass in Deutschland etwa 350.000 Menschen mehr oder weniger stark vom Morbus Bechterew betroffen sind und dass bei 100.000 bis 150.000 dieser Patienten die Beschwerden so ausgeprägt sind, dass die Diagnose Morbus Bechterew gestellt wurde.

Die Häufigkeit aller entzündlichen Wirbelsäulenkrankheiten (Spondyloarthriden) , zu denen der Morbus Bechterew dazugehört, schätzt man auf 1,75% der erwachsenen Bevölkerung einschließlich nicht diagnostizierter Fälle. Es gibt also in Deutschland mehr als 1 Million Spondyloarthritis-Patienten, von denen ungefähr jeder Vierte die korrekte Diagnose erhielt.

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Welche Ursachen kommen in Frage?

Die Ursache des Morbus Bechterew ist nach wie vor unbekannt. Man weiß, dass es sich um eine Fehlsteuerung des Immunsystems handeln muss, die dazu führt, dass sich das Immunsystem außer gegen eingedrungene Krankheitserreger auch gegen eigene Körperzellen richtet. Die Wissenschaftler kennen die Mechanismen, mit denen das menschliche Immunsystem seine Abwehrreaktionen steuert, heute wesentlich besser als noch vor wenigen Jahren und haben schon recht genaue Vorstellungen, in welcher Richtung die Krankheitsursache beim Morbus Bechterew zu suchen ist:  Offensichtlich muss eine Infektion (vielleicht der Verdauungs- oder Harnwege) mit einer erblichen Veranlagung zusammentreffen, um die Krankheit auszulösen. Besonders häufig ist die Krankheit unter den Trägern des  Erbmerkmals HLA-B27. Die Krankheit kommt aber auch bei Menschen ohne HLA-B27 vor. Außer dem HLA-B27 scheint es weitere Erbfaktoren zu geben, die die Krankheit begünstigen.

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Behandlung

Die Bechterewsche Erkrankung ist bis heute mit gängigen Therapieverfahren nicht heilbar. Die Behandlung muss also mehr oder weniger das ganze Leben lang fortgeführt werden. Insbesondere muss lebenslang auf eine aufrechte Haltung und genügend Bewegung geachtet werden.

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Was können Sie als Patient selbst tun?


Wie Sie bereits im Kapitel " Wie wird die Krankheit behandelt?" sahen, ist die Mitarbeit des Patienten ein ganz wesentlicher Teil der Therapie. Wichtig sind dabei nicht nur die regelmäßigen Bewegungsübungen. Auch Ihr Verhalten im Alltag beeinflusst ganz entscheidend den Verlauf der Krankheit. Dazu gehört vor allem die sorgfältige Beachtung Ihrer Haltung und das Training Ihrer Kondition. Auch sollten Sie sich seelisch in einer guten Stimmung halten: Fröhliche Menschen halten sich aufrechter!

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Eigenes Verhalten

Auch Ihr Verhalten im Alltag beeinflusst ganz entscheidend den Verlauf der Krankheit. Dazu gehört vor allem die sorgfältige Beachtung Ihrer Haltung und das Training Ihrer Kondition. Auch sollten Sie sich seelisch in einer guten Stimmung halten: Fröhliche Menschen halten sich aufrechter!

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Messverfahren zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs

Wenn ein Morbus-Bechterew-Patient seinen Rheumatologen aufsucht, wird der Arzt ihn fragen, wie es ihm in letzter Zeit erging, wie stark die Schmerzen waren und inwieweit die Krankheit seinen Alltag beeinträchtigte. Ab und zu wird er auch Messungen vornehmen, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wie stark die Krankheit die Beweglichkeit des Patienten einschränkt. Zu diesen Messungen gehört im allgemeinen das Schober-Zeichen als Maß für die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule, der Finger-Boden-Abstand bei maximaler Rumpfbeugung, der Kopf-Wand-Abstand, wenn der Patient mit dem Rücken an der Wand steht, die Atembreite (Differenz des Brustumfangs zwischen maximaler Ein- und Ausatmung) und der Winkel, um den sich der Kopf gegenüber den Schultern noch drehen lässt. In den 1990er Jahren veröffentlichten Ärzte der Rheumaklinik im englischen Bath eine Reihe von Fragebögen, die sich inzwischen als eine Art Norm etabliert haben.

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Weiteres Wissenswertes erhalten Sie auf den Seiten des DVMB Bundesverbandes.